Marketing-Massnahmen datenbasiert priorisieren
Nach den grossen Einordnungen rund um Marketing-Trends, AI und neue Plattformen im letzten Beitrag stellt sich für viele Unternehmer:innen jetzt natürlich ganz praktisch die Frage: Was davon mache ich jetzt konkret – und was lasse ich bewusst sein?
Denn wir sind uns einig: Mehr Tools, mehr Kanäle und mehr Möglichkeiten führen nicht automatisch zu besserem Marketing. Oft ist das Gegenteil der Fall. Was es stattdessen braucht, ist Fokus. Und dafür eine solide Entscheidungsgrundlage.
Warum datenbasiertes Marketing beim Entscheiden hilft
Datenbasiertes Marketing bedeutet nicht, alles zu messen oder sich in Dashboards zu verlieren. Es bedeutet, Zusammenhänge zu verstehen – und daraus gut informierte Entscheidungen abzuleiten.
Genau dafür nutze ich seit Jahren ein einfaches Reporting-Template, das ich je nach Projekt ausbaue. Es bildet die wichtigsten Kennzahlen entlang des Marketing-Funnels ab und hilft, Massnahmen realistisch einzuordnen.
Gerade zu Jahresbeginn ist das der ideale Moment, um damit zu starten.
In diesem Beitrag schauen wir bewusst das Tab 1 und die darin enthaltene Formel:
Traffic × Conversion Rate × Warenkorb × Kaufhäufigkeit = Umsatz
Diese Formel beschreibt vereinfacht, wie Umsatz im E-Commerce (und auch bei vielen Service-Modellen) entsteht. Gleichzeitig zeigt sie die zentralen Stellschrauben, an denen Marketing-Massnahmen ansetzen.
Statt abstrakt über «mehr Sichtbarkeit» oder «bessere Performance» zu sprechen, kannst du damit konkret simulieren, welchen Effekt einzelne Massnahmen tatsächlich haben könnten.
In 60 Minuten datenbasiert entscheiden
Vorab
Blockiere dir nächste Woche 60 Minuten Fokuszeit
Stell sicher, dass du diese Zahlen schnell findest:
Traffic (auf deiner Webseite)
Conversion Rate
AOV (durchschnittlicher Warenkorbwert)
Purchase Frequency (Kaufhäufigkeit)
Umsatz
Mach dir eine Liste aller Marketing-Massnahmen, die du aktuell machst oder für 2026 planst
Deine 60-Minuten Fokuszeit
Die Formel T * CR * AOV * PF = CHF beschreibt vereinfacht die Mechanismen im E-Commerce (die auch für Dienstleister:innen anwendbar sind); also wie dein Umsatz entsteht. Nämlich aus Traffic × Conversion Rate × Warenkorb × Kaufhäufigkeit.
Das sind deine Stellschrauben. Ändert sich ein Wert, hat das direkten Einfluss auf deinen Umsatz.
Und genau diesen Mechanismus nutzt du jetzt, um Massnahmen zu bewerten.
Trage zuerst deine aktuellen Zahlen ins Sheet ein
Nimm dann deine Massnahmenliste
Prüfe Massnahme für Massnahme: Welchen Impact hätte sie auf den Umsatz?
Das könnte bei dir zum Beispiel so aussehen:
Lohnt es sich, 2026 Energie in ein Loyalty-Programm zu stecken? → Was passiert, wenn Kund:innen statt 1.3x plötzlich 1.9x zurückkommen?
Sollte der Checkout optimiert werden? → Was passiert, wenn du deine Conversion Rate um 0.9% steigt?
Lohnt es sich, in Paid Ads zu investieren? → Was passiert, wenn dein Traffic plötzlich um 20% steigt, deine Conversion Rate dabei aber um 0.8% sinkt?
Und so weiter... Werde da gern kreativ und stell dir mögliche Szenarien vor. Konkret zu sehen, was eine Änderung deiner Stellschrauben bewirkt, bildet eine informiertere Entscheidungsgrundlage als «Ich glaub, wir brauchen mehr XYZ». So wird es leichter, klare Entscheidungen zu treffen. Kaputtmachen kannst du nichts; ausser vielleicht ein paar Marketing-Ideen, die du danach loslassen kannst.
Ich wünsche dir viel Spass beim Ausprobieren. Wenn Zahlen schräg aussehen oder Fragen auftauchen: meld dich.
Und wie immer: Keep growing 📊. You got this.
Anja
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